Dossier

Reale Utopien

Panorama

Was zeichnet in der Schweiz beheimatete Ensembles für zeitgenössische Musik aus? Eine Bestandsaufnahme als Work in progress.

Johannes Knapp - 2019-06-25
Reale Utopien - Botschafter einer innovativen Schweizer Musikszene: das Nouvel Ensemble Contemporain  ©Pablo Fernandez
Botschafter einer innovativen Schweizer Musikszene: das Nouvel Ensemble Contemporain ©Pablo Fernandez

Ob in der Agglomeration oder in der Provinz: Etliche Orte in der Schweiz verfügen über professionelle Ensembles für zeitgenössische Musik. Das folgende Dossier ist wagemutigen Kreativgemeinschaften gewidmet, die sich aus 3 bis 30 Individuen zusammensetzen. Wenn wir von Ensembles sprechen, ist also weniger eine bestimmte Besetzung gemeint, als ein spezifischer Geist, eine Arbeitsmentalität, eine Haltung zur Kunst, ja eine Lebensphilosophie. 

Im Überblicksartikel gehen wir der Frage nach dem Daseinsgrund einiger bekannter Schweizer Ensembles nach, die sich der Musik unserer Zeit verschrieben haben, skizzieren ihre künstlerischen Profile, und lassen Protagonist*innen auch selbst zu Wort kommen. Um Formen des Zusammenspiels, die jenen eines klassischen Sinfonieorchesters ähneln, soll es dabei ebenso gehen, wie um Kollektive, die in ungeahnte Bereiche vordringen und die klassische Vorstellung vom ausübenden Musikschaffenden weit hinter sich lassen.

Was die porträtierten Klangkörper bei aller Verschiedenartigkeit noch am ehesten verbindet, ist, dass ihre Akteur*innen gerne über das Wirkliche hinausdenken und ihre Sinne unaufhörlich für das Mögliche – und manchmal auch das Unmögliche – schärfen. Auf diese Weise eröffnen sich über die simple Reproduktion etablierter kultureller Praktiken hinaus neue Horizonte. 

Bevor Sie, liebe Leser*innen, Ihre Lektüre fortsetzen, sei ein Hinweis gestattet: Der Verfasser hat seinen anfänglichen Anspruch auf Vollständigkeit bald aufgegeben, so vielfältig, wandlungsfähig und in ihrer Gesamtheit kaum überblickbar präsentiert sich die Schweizer Ensemblelandschaft. Neue Formationen spriessen insbesondere in den grossen Städten wie Pilze aus dem Boden. So erschien es angemessener, zunächst eine grobe Karthographierung vorzunehmen. Geplant ist eine spätere Erweiterung dieses Dossiers um Einzelporträts, Interviews, Hintergrundberichte und vieles mehr. Lassen Sie sich überraschen!

 

Unser Autor, Johannes Knapp, ist kürzlich zum neuen Künstlerischen Leiter des Collegium Novum Zürich ernannt worden. Ursprüglich war geplant, dass er das gesamte Dossier redaktionell verantwortet und koordiniert. Im Sinne der Einhaltung unserer journalistischen Leitlinien waren wir uns schnell darin einig, das Dossier nun in andere Hände zu geben. Wir danken Johannes Knapp für die Zusammenarbeit.

 

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