Porträt & Reportage

Der Schweizer Musikpreis

Der Schweizer Musikpreis: eine Ode an die Vielfalt.

Elisabeth Stoudmann - 2017-09-01
Der Schweizer Musikpreis -
Der Schweizer Musikpreis - Pascal Auberson (©Claude Dussez)
Pascal Auberson (©Claude Dussez)
Der Schweizer Musikpreis - Jojo Mayer (©Leland Bobbé)
Jojo Mayer (©Leland Bobbé)
Der Schweizer Musikpreis - Albin Brun (©Francesca Pfeffer)
Albin Brun (©Francesca Pfeffer)
Der Schweizer Musikpreis - Christophe Calpini
Christophe Calpini
Der Schweizer Musikpreis - Elina Duni (©Nicolas Masson)
Elina Duni (©Nicolas Masson)
Der Schweizer Musikpreis - Töbi Tobler (©Bruno Rossi)
Töbi Tobler (©Bruno Rossi)
Der Schweizer Musikpreis - Andres Bosshard
Andres Bosshard
Der Schweizer Musikpreis - Helena Winkelman (©Charles van Gelder)
Helena Winkelman (©Charles van Gelder)
Der Schweizer Musikpreis - Grégoire Maret
Grégoire Maret
Der Schweizer Musikpreis - Patricia Kopatchinskaja
Patricia Kopatchinskaja
Der Schweizer Musikpreis - Jürg Kienberger (©Jürgen Mischke)
Jürg Kienberger (©Jürgen Mischke)
Der Schweizer Musikpreis - Vera Kappeler
Vera Kappeler
Der Schweizer Musikpreis - Peter Scherer
Peter Scherer
Der Schweizer Musikpreis - Jürg Wyttenbach (©Basile Bornand)
Jürg Wyttenbach (©Basile Bornand)
Der Schweizer Musikpreis - Endo Anaconda (©Michael Schär)
Endo Anaconda (©Michael Schär)

Der Schweizer Musikpreis ist eine Momentaufnahme des Musikschaffens, mit der ausgezeichnete Schweizer Musik aus allen Regionen und Bereichen gewürdigt wird. 

Zuerst macht sich das vom Bundesamt für Kultur beauftragte zehnköpfige Expertinnen- und Expertenteam in allen Musikbereichen und Sprachregionen auf die Suche nach Kandidatinnen und Kandidaten. Da der Einsatz des Expertenteams jeweils auf eine Preisverleihung beschränkt ist, wandelt sich das Suchspektrum jährlich. Die 60 bis 70 Vorschläge der Expertinnen und Experten werden anschliessend der Jury des Schweizer Musikpreises unterbreitet, die nun an der Reihe ist. 

Ihre Aufgabe besteht darin, aus der Liste der vorgeschlagenen Musikschaffenden zuerst 15 Preisträgerinnen und Preisträger der Schweizer Musikpreise sowie letztlich die Gewinnerin oder den Gewinner des Schweizer Grand Prix Musik auszuwählen. Der Schweizer Grand Prix Musik ist mit 100 000 Franken dotiert. Dieser hohe Betrag ist als finanzieller Freiraum zu verstehen, der den Musikschaffenden geboten wird. Auch die Preisträgerinnen und Preisträger der Schweizer Musikpreise werden mit einem Betrag bedacht (25 000 Franken). 
Die eidgenössische Jury für Musik 2017 setzt sich aus folgenden Mitgliedern zusammen: Annelis Berger, Thomas Burkhalter, Zeno Gabaglio, Michael Kinzer (Präsident), Florian Walser, Carine Zuber und Sylwia Zytynska. 

 

Bereits zum vierten Mal hat die EidgenössischeJury für Musik eine Wahl getroffen: Pascal Auberson, Andres Bosshard, Albin Brun, Christophe Calpini, Elina Duni, Vera Kappeler, Jürg Kienberger, Patricia Kopatchinskaja, Grégoire Maret, Jojo Mayer, Peter Scherer, Endo Anaconda, Töbi Tobler, Helena Winkelman und Jürg Wyttenbach sind die Nominierten für den Schweizer Grand Prix Musik 2017.

Obwohl nur eine dieser Personen im nächsten September in Basel den Schweizer Grand Prix Musik erhalten wird, sind diese 15 Musikschaffenden nicht bloss Nominierte, sondern allesamt Gewinnerinnen und Gewinner. Für Michael Kinzer, den Präsidenten der Jury, ist dies von grosser Bedeutung: «Unser Ziel ist, mit diesen 15 Auszeichnungen die ganze Vielfalt des Schweizer Musikschaffens zu beleuchten und 15 ausserordentliche Talente ins Rampenlicht zu rücken, und nicht bloss eine einzige Person in den Vordergrund zu stellen. In vier Jahren hat der Schweizer Musikpreis bereits 60 Preisträgerinnen und Preisträger ins Zentrum der Öffentlichkeit gerückt – in Zukunft wird dies einen erhellenden Blick auf die jüngste Geschichte des Schweizer Musikschaffens werfen.» 

 

Das Auswahlverfahren bleibt jedoch unverändert: Ein zehnköpfiges Expertenteam, das aus Medien- und Musikschaffenden sowie Fachleuten der verschiedensten Musiksparten aus allen Regionen der Schweiz besteht, unterbreitet der Jury eine erste Auswahl. Unter den vorgeschlagenen Kandidatinnen und Kandidaten wählt die Jury schliesslich die 15 Finalistinnen und Finalisten aus. Das Expertenteam wird jedes Jahr neu zusammengestellt. Je nach Spezialgebiet der Fachleute ändern sich auch die prämierten Musiksparten: Dieses Jahr beispielsweise sind neu auch Komponisten für Film und Theater sowie Liedermacher in der Gewinnerliste vertreten. 

Der Schweizer Musikpreis verfolgt auch das Ziel, eine bisher nicht ausreichend gewürdigte Kultursparte ins Scheinwerferlicht zu rücken, in einem Land, in dem «nicht allzu viel Lärm veranstalten» und «sich nicht in den Vordergrund drängen» zu den höchsten Tugenden gehören. Eine gesamtschweizerische Auszeichnung hinterlässt einen bleibenden Eindruck, insbesondere wenn sie von den höchsten staatlichen Instanzen an offiziellen Anlässen verliehen wird. Diese abwechslungsweise in Basel und Lausanne organisierten Preisverleihungen bieten eine ideale Plattform für Musikschaffende, die bei dieser Gelegenheit mit den anwesenden Akteuren aus den Bereichen Produktion, Medien, Labels und Konzertpromotion sowie mit Förderstiftungen Kontakte knüpfen können. All dies bringt die Musikszene in der Schweiz weiter und ermöglicht deren fortschrittliche Entwicklung.

Ja, der Schweizer Musikpreis schert sich nicht um die legendäre «Schweizer Bescheidenheit», im Gegenteil: Er ehrt mit grossem Stolz das abwechslungsreiche und vielfältige Musikschaffen in unserem Land sowie die Künstlerinnen und Künstler, die es Tag für Tag neu erfinden. 


Kritik gibt es natürlich immer. Warum sollte man Musikschaffende auszeichnen, die bereits Erfolg haben? Warum nicht eher mehrere junge Musikschaffende und ihre Projekte finanziell unterstützen, anstatt einen einzigen prestigeträchtigen Preis zu verleihen? Warum wird versucht, so verschiedene Musikstile wie Jazz, klassische Musik oder Rock gleich zu behandeln? «Mit der Auswahl von 14 Nominierten und einem Grand Prix allgemeine Zustimmung in so einer breit gefächerten Szene zu erhalten, ist ein Ding der Unmöglichkeit und wird es auch immer bleiben», meint Michael Kinzer. «Wir akzeptieren diese Tatsache jedoch. Die Förderung neuer Talente liegt im Verantwortungsbereich der Kantone und Gemeinden; der Bund möchte mit dem Schweizer Musikpreis vielmehr Innovationsfähigkeit, kreative Offenheit, nationale und internationale Legitimität und hervorragende Leistungen sowie bereichernde Beiträge zum musikalischen Erbe der Schweiz auszeichnen.» 

 

Entdecken Sie die Preisträgerinnen und Preisträger des Schweizer Musikpreises 2017!

 

 

 

 

Ein Artikel von Elisabeth Stoudmann, aus die Zeitung des Schweizer Musikpreises 2017.

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