Dossier

Unabhängige Labels: ein Work in Progress

Panorama, Etichette

Versuch eines Überblicks über eine ebenso dynamische wie komplexe Szene

Julie Henoch - 2019-05-02
Unabhängige Labels: ein Work in Progress -

Ein Bild der unabhängigen Labels (oder kurz «Indie-Labels») in der Schweiz zu zeichnen, ist gar nicht so einfach. Schnell wird klar, dass es hier weniger um eine klar definierte Struktur mit schriftlich dokumentierter Geschichte, sondern vielmehr um eine eigenständige, grösstenteils auf mündlichen Überlieferungen beruhende Kulturform geht. Angesichts der grossen Anzahl von Musikschaffenden in unserem kleinen Land muss jede Recherche unvollständig bleiben, führt aber zumindest zu einem bunten Reigen von interessanten Begegnungen und spannenden Diskussionen – sei es über wirtschaftliche, künstlerische und gesellschaftliche Herausforderungen, aber auch über Lösungen, die der globale, sich so rasant entwickelnde Musikmarkt diesbezüglich bieten kann, und nicht zuletzt über die Besonderheiten des Umgangs eines enorm kreativen und reaktiven Sektors mit den Sprachgrenzen in seinem Einzugsgebiet.

Der Versuch einer kompakten Zusammenfassung dieser Szene, in der sich – manchmal an religiösen Eifer grenzende – Leidenschaft, unternehmerische Ambitionen und finanzielle Uneigennützigkeit miteinander vermischen und die ebenso viele unterschiedliche Ansichten wie Vorgehensweisen kennt, ist, gelinde gesagt, ein heikles Unterfangen.

Ein möglicher Ansatz, auf dem denn auch dieses Dossier basiert, ist es, eine Art von Feldstudie durchzuführen und in erster Linie die Protagonist*innen – Musiker*innen, Labelchef*innen und Distributor*innen, oft alles in Personalunion – zu Wort kommen zu lassen, ausgewählt nach Aktualität, Affinität, Verfügbarkeit und manchmal auch aufgrund eines glücklichen Zufalls. Hier also die ersten Artikel einer Reihe, die regelmässig erweitert werden kann und muss, um irgendwann zum angestrebten umfassenden Überblick zu werden.


 

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